12. Oktober 2016

Regionalität und Dezentralität fördern – nachhaltiges Schlachthofkonzept vorlegen

Unser Dringlichkeitsantrag vom 12.10.2016

Der Landtag wolle beschließen:

Die Staatsregierung wird aufgefordert, ein Schlachthofkonzept für Bayern vorzulegen mit dem Ziel, eine Zunahme von immer größeren Schlachthöfen zu verhindern sowie den Erhalt bzw. die Schaffung von kleineren, regionalen, kommunalen, dezentralen und gut überwachbaren Schlachtstätten in überschaubarer Größenordnung zu gewährleisten. Insbesondere soll das Konzept die Bereiche hohe Tierschutzstandards, Arbeitnehmerrechte, kurze Wege, Kontrollierbarkeit und regionale Wertschöpfung umfassen und Möglichkeiten aufzeigen, wie unter Berücksichtigung dieser Bereiche regionale und dezentrale Schlachthöfe gefördert werden können sowie mögliche Alternativen zu den bisherigen Schlachtungsformen und -abläufen darstellen.

Begründung:

In Bayern ist eine Konzentration immer größerer Schlachthöfe festzustellen. Kleine und mittlere Betriebe dagegen schließen seit Jahren. Studien belegen, dass das Tierwohl, aber auch Arbeitnehmerrechte und oftmals auch die Einhaltung der Hygienevorschriften mit der Größe der Schlachthöfe abnehmen. Gleichzeitig wächst der Widerstand in der Bevölkerung gegen große Tierhaltungs- und Schlachtanlagen. Die kleineren und mittleren Schlachtbetriebe sind ein wichtiger Baustein für den Erhalt und den Ausbau einer regionalen Wertschöpfungskette. Sie stehen für kurze Transportwege und ermöglichen die handwerkliche Fleischverarbeitung mit einer hohen Produktqualität. Durch die Entwicklungen im Bereich von mehr Tierschutz bzw. einer nachhaltigen Nutztierhaltung entlang der Produktionskette ergeben sich neue Chancen und Herausforderungen. Diese können durch eine regionale Schlachtstruktur genutzt und erfüllt werden. Um eine dezentrale, regionale und kleinteilige Schlachthofstruktur nachhaltig fördern zu können, bedarf es eines Konzepts, dass unter Berücksichtigung der rechtlichen Vorgaben Wege zur Umsetzung aufzeigt.

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