2. Mai 2013

Auf Energietour durch Bayerisch Schwaben und das Ostallgäu

9:30 Uhr: Hochschule Augsburg

Am fünften Tourtag besuchte ich zunächst zusammen mit meinen Fraktionskolleginnen Theresa Schopper und Christine Kamm die Hochschule Augsburg. Wir wurden vom ehemaligen technischen Leiter, Erwin Kefer, über die unterschiedlichen Sanierungsmodelle der verschiedenen Gebäude auf dem Campus aufgeklärt. Herzstück des gesamten Energiemanagements ist die zentral gesteuerte Gebäudeleittechnik. Hier werden Heizung, Lüftung und Beleuchtung miteinander kombiniert. Das von Kefer und Siemens über 15 Jahre immer weiter entwickelte System verfügt über eine optimierte Start-Stop-Automatik, die an den Belegungsplan der Vorlesungsräume gekoppelt ist. Allein dadurch lässt sich zusätzlich die Hälfte an Energieeinsatz sparen.
Nach dem Rundgang trafen wir die Professoren Runa Hellwig und Georg Sahner. Sie lehren und forschen in den Bereichen Energie-Effizienz-Design und Bauklimatik. Ein Schwerpunkt dieses Studiengangs ist die Entwicklung einer angenehmen Atmosphäre in energetisch effizienten Gebäuden. Wie schon bei unserer letztjährigen Forschungstour mahnte ich an, die Forschungsförderung vermehrt auf Akzeptanzforschung und Nutzerverhalten zu richten. Auch die beiden Professoren Hellwig und Sahner sehen hier noch einen hohen Forschungsbedarf.

14:00 Uhr: Obergünzburg

Das Thema Windkraft beschäftigt derzeit viele Gemeinden. So auch Obergünzburg. Bürgermeister Lars Leveringhaus berichtete mir und meinen Kolleginnen von der breiten Akzeptanz der Windkraft, bereits seit dem Jahr 1997, als hier die erste Anlage des Landkreises Ostallgäu errichtet wurde. Jetzt sollen durch ein interkommunales Projekt noch weitere Windräder hinzukommen.
Meine Kollegin Christine Kamm war sich im Gespräch sicher, dass die Akzeptanz durch bestehende Anlagen immer höher liegt als in Regionen, in denen noch keine Erfahrungen mit Windenergie vorliegen. Sie regte an, Windparks vermehrt als Erlebnisparks einzurichten, etwa mit begehbaren Gondeln und Aussichtsplattformen.

15:30 Uhr: Marktoberdorf

Wie kann man die städtischen Liegenschaften nachhaltig mit Energie versorgen? Diese Frage beantworteten die Mitglieder der Fernwärme eG Marktoberdorf Axel Maas, Markus Hacker und Manfred Aigler mir und meiner Kollegin Theresa Schopper bei unserem Besuch des Schulzentrums in Marktoberdorf. Die Genossenschaft versorgt ein 5 km langes Fernwärmenetz über insgesamt 7 Blockheizkraftwerke, die dezentral über das Stadtgebiet verteilt sind, mit Wärme. Die Anlagen wurden genau dort realisiert, wo hoher Strombedarf ist, etwa in den Schulen, im Altenheim oder im Schwimmbad.
Theresa Schopper zeigte sich überzeugt von den Vorteilen der Fernwärme: „Die Kunden können auf eine eigene Heizanlage verzichten und sparen sich somit auch die Wartung oder den Besuch des Kaminkehrers.“ Zudem freuten sich die Abnehmer*innen über ökologisch erzeugte Wärme durch die kommunal geprägte Genossenschaft, so der technische Leiter, Martin Hacker.

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