Fachkräftemangel in bayerischen Kindertagesstätten – Qualifizierungsoffensive „Ergänzungskräfte zu Fachkräften“ fortsetzen
Unser Antrag vom 10.12.2013
Der Landtag wolle beschließen:
Die Staatsregierung wird aufgefordert, die 2013 auslaufende Qualifizierungsoffensive „Ergänzungskräfte zu Fachkräften“ auch in 2014 und 2015 fortzusetzen und bedarfsgerecht aufzustocken. Die Priorität bei den neu zu schaffenden Kursen soll dabei auf den Abschluss als staatlich anerkannte Erzieherin bzw. staatlich anerkannter Erzieher gelegt werden.
Begründung:
Im Rahmen der im Juni 2012 begonnenen Qualifizierungsoffensive „Ergänzungskräfte zu Fachkräften“ werden derzeit bis zu 1.200 pädagogische Ergänzungskräfte und Berufsquereinsteigerinnen bzw. -quereinsteiger zur „Fachkraft in Kindertageseinrichtungen“ oder zur „staatlich anerkannten Erzieherin“ bzw. zum „staatlich anerkannten Erzieher“ weiterqualifiziert. Die Qualifizierungsoffensive bietet erfahrenen Kinderpflegerinnen und Kinderpflegern eine berufsbegleitende Aufstiegs- und Qualifizierungsperspektive und leistet einen wichtigen Beitrag zur Bekämpfung des Fachkräftemangels in bayerischen Kindertagesstätten. Die Finanzierung des Programms ist bisher auf 2012 und 2013 begrenzt.
Angesichts der im Bundesvergleich niedrigsten Fachkraftquote von 52 Prozent in Bayern (Bundesschnitt 72 Prozent) und dem im Zuge des Krippenausbaus und der Verbesserung des Stellenschlüssels weiter wachsenden Bedarfs an Fachkräften, sollte das erfolgreiche Programm auch in den kommenden zwei Jahren fortgesetzt und weiter aufgestockt werden. Die Priorität sollte dabei auf den bundesweit anerkannten Abschluss als „staatlich anerkannte Erzieherin“ bzw. „staatlich anerkannter Erzieher“ gelegt werden. Bisher führen drei Viertel der angebotenen Kurse lediglich zu dem nur in Bayern anerkannten Zertifikat „Fachkraft in Kindertageseinrichtungen“.
Auch die Qualifizierung von Heilerziehungspflegerinnen und -pflegern zu Fachkräften in Kindertageseinrichtungen sollte weiter fortgesetzt werden. Bisher wurden hier lediglich sechs Kurse für insgesamt 150 Heilerziehungspflegerinnen und -pfleger angeboten. Die Umsetzung der Inklusion erfordert jedoch die Bildung von multiprofessionellen Teams in allen bayerischen Kindertagesstätten. Im Zuge der Weiterentwicklung zu inklusiven Einrichtungen, müssen sich die bayerischen Kitas verstärkt auch für andere Professionen öffnen. Auch hier besteht deshalb ein erheblicher zusätzlicher Bedarf an auf den Umgang mit behinderten Kindern spezialisierten Kräften.
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Aktuelle Informationen zum Beratungsverlauf unseres Antrags im Bayerischen Landtag.
Wie Sie den Unterlagen unter dem oben stehenden Link entnehmen können, wurde unserem Antrag in der Plenarsitzung am 13.02.2014 mit der Maßgabe, dass nach den Worten „und 2015“ die Worte „im Rahmen vorhandener Mittel“ eingefügt werden, einstimmig zugestimmt.