17. September 2010

Olympia wird immer teurer

Die Landtagsgrünen kritisieren das heute von Staatskanzleichef Schneider vorgestellte Lösungspaket zur Bewerbung für die Olympischen Winterspiele 2018. „Die entscheidende Frage, welchen Mehrwert diese 18tägige Milliarden-Event den Menschen in der Region Garmisch-Partenkirchen bringen soll, ist damit nicht beantwortet“, erklärt der klima-und energiepolitische Sprecher Ludwig Hartmann. Ebenso wenig sei klar, wie dieses Milliarden Projekt finanziert werden solle. „Mit einem temporären Olympischen Dorf, welches rein für die Winterspiele aus dem Boden gestampft und anschließend wieder abgerissen wird, wird das angesetzte Organisationskomitee-Budget von 1,074 Milliarden US Dollar nicht mal im kleinsten Ansatz zu halten sein.“ Auch der Zuschuss aus Fernsehrechten und Ticketverkäufen reiche hierfür nicht aus. „Letztendlich werden das die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler bezahlen müssen.“
 
Die Landtagsgrünen kündigen eine Anfrage zu den Gesamtkosten für das Projekt an und erneuern ihre Forderung nach einem Ausstieg aus der Bewerbung. Gerade in Zeiten des Klimawandels seien Winterspiele in den bayerischen Alpen ökologisch nicht zu verantworten. „Die Risiken, die derartige Großevents für den hochsensiblen Alpenraum mit sich bringen, stehen in keinerlei Verhältnis zu den vermeintlichen Segnungen für Wirtschaft und Tourismus.“ Die bisherigen Versprechen, mit den olympischen Winterspielen in Bayern ökologische Maßstäbe zu setzen, seien bislang über vage Ankündigung nicht hinausgekommen. Von nachhaltigen Spielen könne aus ökonomischer und ökologischer Sicht nicht die Rede sein. 

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Eine Antwort zu “Olympia wird immer teurer”

  1. Hinweis aus Salzburg sagt:

    Die Bürgerliste Salzburg hat – erstaunlicherweise fast unbeachtet – die Rechtsgutachten der Rechtsabteilungen der Stadt und des Landes Salzburg über den Host City Vertrag, der mit dem IOC im Falle des Zuschlages gemacht wird, veröffentlich. Beide Gutachten kommen voneinander unabhängig zum Schluss, dass dieser Vertrag wegen ungleicher Verteilung der Pflichten zu Ungunsten der öffentlichen Hand sittenwidrig und damit auch ungültig wären.

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