13. Juni 2018

Invest in Bavaria 2018

Schriftliche Anfrage des Abgeordneten Ludwig Hartmann (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) vom 25.04.2018, mit den Antworten des Staatssekretärs im Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Energie und Technologie, Franz Josef Pschierer, vom 13.06.2018 (kursiv dargestellt)

Frage 1.a) Wie haben sich die Zahlen neu angesiedelter Unternehmen, die durch „Invest in Bavaria“ betreut wurden, in den letzten 10 Jahren entwickelt (aufgeschlüsselt nach Regierungsbezirken)?
Antwort auf 1. a): Invest in Bavaria (IB) unterstützt Unternehmen nicht nur bei Neuansiedlungsprojekten, sondern auch bei Übernahmen, komplexen Erweiterungsvorhaben und Standortsicherungen mit außerbayerischer Konkurrenz an bereits bestehenden Standorten. IB hat in den Jahren 2008 bis 2017 bayernweit ins- gesamt 964 Projekte (davon 702 Ansiedlungen) erfolgreich betreut. Die Verteilung der in den Berichtsjahren betreuten Investitionsprojekte auf die Regierungsbezirke ist aus der Tabelle 1 (Anlage 1) ersichtlich.
In die Ansiedlungsstatistik von IB fließen nur solche Projekte ein, in denen Investoren die Dienstleistungsangebote von IB unmittelbar in Anspruch genommen haben. Darüber hinaus setzt sich IB mit vielfältigen weiteren Marketing- und Akquisitionsmaßnahmen aktiv für die bayerischen Regionen ein und knüpft dabei vor allem an den regionalen Kompetenzen an. Zu diesen Maßnahmen gehören u.a. Standortseminare für Unternehmer, Gemeinschaftsstände auf Messen im In- und Ausland, die Internetseite, Publikationen sowie ein monatlicher Investoren-Newsletter. Auch diese Unterstützungsangebote von IB wirken sich positiv auf die regionalen Wirtschaftsstandorte aus und haben dort weitere Unternehmensansiedlungen bzw. Standorterweiterungen mit zahlreichen neuen Arbeitsplätzen zur Folge.

Frage 1.b) Wie verteilen sich die in den letzten 10 Jahren durch „Invest in Bavaria“ betreuten und erfolgten Ansiedlungen auf die — je nach Möglichkeit— fünf bzw. drei (unterstrichenen) Gebietskategorien des Landesentwicklungsprogramms (Verdichtungsraum, ländlicher Raum mit Verdichtungsansätzen, Raum mit besonderem Handlungsbedarf, allgemeiner ländlicher Raum, allgemeiner ländlicher Raum ohne Räume mit Verdichtungsansätzen und ohne RmbH)?
Antwort auf 1.b): Die Verteilung der von IB in den Berichtsjahren betreuten Ansiedlungen auf die Gebietskategorien des Landesentwicklungsprogramms ist aus Tabelle 2 (Anlage 2) ersichtlich.

Frage 2.a) Wie viele neue Arbeitsplätze sind in den Regierungsbezirken jeweils pro Jahr entstanden?
Antwort auf 2. a): Durch die von IB in den Jahren 2008 bis 2017 erfolgreich betreuten Investitionsprojekte wurden insgesamt 23.953 neue Arbeitsplätze geschaffen. Die Verteilung der in den Berichtsjahren neu geschaffenen Arbeitsplätze auf die Regierungsbezirke ist aus der Tabelle 3 (Anlage 3) ersichtlich.
Darüber hinaus konnten seit Juli 2011 bayernweit rund 10.049 weitere Arbeitsplätze gesichert werden. Diese Zahlen wurden jedoch vor Juli 2011 nicht erhoben.
Die Arbeitsplatzzahlen erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es handelt sich dabei um freiwillige Nennungen durch die Unternehmen, die nicht von IB verifiziert werden.
Bei diversen Projekten machten die Unternehmen hierzu jedoch keine Angaben. Die Zahl der Arbeitsplätze kann deshalb auch höher liegen als angegeben.

Frage 2.b) Wie viele Arbeitsplätze entstanden jeweils pro Jahr unterteilt nach den — je nach Möglichkeit — fünf bzw. drei (unterstrichenen) Gebietskategorien des Landesentwicklungsprogramms (Verdichtungsraum, ländlicher Raum mit Verdichtungsansätzen, Raum mit besonderem Handlungsbedarf, allgemeiner ländlicher Raum, allgemeiner ländlicher Raum ohne Räume mit Verdichtungsansätzen und ohne RmbH)?
Antwort auf 2.b): Die Verteilung der in den Berichtsjahren durch von IB betreute Projekte neu geschaffenen Arbeitsplätze auf die Gebietskategorien des Landesentwicklungsprogramms ist aus der Tabelle 2 (Anlage 2) ersichtlich.

Frage 3.a) Bei wie vielen der unter 1. genannten Unternehmensansiedlungen vermittelte „Invest in Bavaria“ Gewerbestandorte über das Standortportal SISBY?
Frage 3.b) Bei wie vielen der unter 1. genannten Unternehmensansiedlungen vermittelte „Invest in Bavaria“ Gewerbestandorte über eine andere Vorgehensweise (z. B. Direktkontakt mit der betreffenden Kommune etc.)?
Antwort auf 3.a) und b): Die Fragen 3.a) und 3.b) werden zusammen beantwortet.
Die jeweilige Vorgehensweise bei der Standortfindung wird in der Statistik von IB nicht erfasst. Daher sind Angaben hierzu nicht möglich.

Frage 4.a) Mit welchen Instrumenten versucht Invest in Bavaria, die Ansiedlung von Unternehmen in allen Regionen Bayerns sicherzustellen?
Antwort auf 4.a): IB hat als Ansiedlungsagentur des Freistaats Bayern die Aufgabe, ganz Bayern als Spitzenstandort optimal zu positionieren und dafür im nationalen wie globalen Standortwettbewerb für in- und ausländische Investoren zu werben. IB bindet dabei die Regionen in seine Marketing- und Akquisitionsmaßnahmen im In- und Ausland ein. Zu diesen Maßnahmen gehören u.a. Standortseminare für Unternehmer, Gemeinschaftsstände auf Messen, die Internetseite, Publikationen sowie ein monatlicher Investoren-Newsletter. Um die Regionen im Standortmarketing zu unterstützen, pflegt IB Netzwerke und hält Kontakt zu den regionalen und lokalen Wirtschaftsförderern sowie den Industrie- und Handelskammern und ist hierfür regelmäßig vor Ort.
Darüber hinaus bietet IB den Regionen Unterstützung bei der Erstellung von Kompetenzprofilen an, die flexibel genutzt werden können. Sie dienen der Profilierung regionaler Wirtschaftsstandorte hinsichtlich vorhandener Kompetenzen und sind damit wichtige Instrumente einer gezielten Vermarktung.
Standortbereisungen von IB insbesondere in Gebieten des ländlichen Raums sowie die Organisation von bzw. die Mitwirkung an regionalen Veranstaltungen tragen dazu bei, die Wirtschaftsförderer über die Möglichkeiten einer optimalen Investorenakquise zu informieren und bei der erfolgreichen Vermarktung ihrer Region zu unterstützen. Durch die Durchführung spezieller Workshops für und mit regionalen Wirtschaftsförderern leistet IB einen aktiven Beitrag zur Verbesserung des regionalen Know-hows in der Standortvermarktung.
Mit seinen Büros in Nürnberg und demnächst zusätzlich in Hof engagiert sich IB schwerpunktmäßig für die nordbayerischen Regionen. Durch die beiden Außenstellen verstärkt IB seine Präsenz in den nordbayerischen Regierungsbezirken erheblich, unterstützt die Vermarktung der dortigen Wirtschaftsräume aktiv und trägt damit zur Schaffung und Erhaltung von Arbeitsplätzen gerade in den ländlichen Regionen bei. Mit ihrer neuen Initiative „Invest daheim“ wird die Staatsregierung darüber hinaus gezielt Unternehmensverlagerungen in den ländlichen Raum finanziell und organisatorisch unterstützen.

Frage 4.b) Welche konkreten Maßnahmen ergreift „Invest in Bavaria“, um insbesondere in den strukturschwachen Regionen Bayerns vermehrt Unternehmen anzusiedeln?
Antwort auf 4. b): Die vielfältigen Instrumentarien, die in der Antwort zu Frage 4.a) dargestellt wurden, haben oftmals überwiegend den ländlichen Raum und damit die strukturschwachen Regionen Bayerns im Blick. Für den ländlichen Raum gibt es eine Vielzahl überzeugender Standortargumente, sei es durch besondere regionale Kompetenzen, Verfügbarkeit qualifizierter Mitarbeiter und kostengünstiger Flächen oder weiche Standortfaktoren wie Familienfreundlichkeit oder Natur. Wo immer es das Anforderungsprofil des Investors erlaubt, lenkt IB gezielt den Blick auf Regionen jenseits der Ballungsgebiete und setzt alles daran, den Investor durch das Aufzeigen regionaler Vorzüge von Standorten im ländlichen Raum zu überzeugen. Die Standortentscheidung trifft in einer freien Wirtschaftsordnung jedoch letztlich immer der Investor.
Die Dienstleistungen von IB sind freilich nur ein Aspekt der Unterstützung der bayerischen Regionen. Weitere Maßnahmen der Staatsregierung, wie z.B. der Breitbandausbau, die Regionalförderung sowie eine regional ausgewogene Forschungs-, Technologie- und Innovationspolitik, tragen ebenso zum wirtschaftlichen Erfolg der Regionen bei. Die Entwicklung der statistischen Kennzahlen zur Arbeitslosigkeit und zum BIP belegt den wirtschaftlichen Aufschwung in sämtlichen Regierungsbezirken des Freistaats:

Frage 4.c) Stehen zu diesem Zweck zusätzliche Mittel zur Verfügung?
Antwort auf 4.c): Es stehen hierfür vor allem Mittel aus dem Bereich der Regionalen Wirtschaftsförderung zur Verfügung. Insbesondere durch die Tätigkeit der 2013 geschaffenen 16-Außenstelle für Nordbayern in Nürnberg und demnächst zusätzlich mit dem neuen IB-Büro in Hof wird ein besonderer Fokus auf inhaltliche Schwerpunkte für den ländlichen Raum gelegt.

Frage 5. Aus welchen Ländern bzw. Bundesländern haben sich in den letzten zehn Jahren Betriebe in Bayern angesiedelt (aufgeschlüsselt nach Jahren, Herkunftsländern/Bundesländern und jeweiligen Regierungsbezirken)?
Antwort auf 5.: Die Herkunft der in den Berichtsjahren von IB betreuten neu angesiedelten Unternehmen ist aus Tabelle 4 (Anlage 4) ersichtlich. In Einzelfällen mit nahezu paritätischen Gesellschaftsanteilen wurden jeweils zwei Herkunftsländer erfasst.

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Hier habe ich Ihnen meine Schriftliche Anfrage und die Antworten der Staatsregierung auch als pdf-Datei im Drucksachenlayout des Bayerischen Landtags hinterlegt.

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