3. Juli 2019

Bayern mehrheitlich für CO2-Bepreisung mit Energiekostenentlastung

Umfrageergebnisse sind Mutmachergebnisse – Industrienation Deutschland muss alles tun, um CO2-Ausstoß zu senken

„Runter mit den Treibhausgasen – CO2-Bepreisung mit fairem Geld-zurück-System einführen.“ So lautet auf Vorschlag der Landtags-Grünen der Titel der Aktuellen Stunde zu Beginn des Donnerstags-Plenums im Bayerischen Landtag. „Vier Rekordhitzejahre in Folge und jetzt der weltweit heißeste Juni zeigen: Die Erdüberhitzung findet statt und wir müssen sie endlich wirksam bekämpfen“, so Fraktionschef Ludwig Hartmann.

In vielen europäischen Ländern habe sich eine CO2-Bepreisung als wirksames Instrument herausgestellt, den Ausstoß dieses für die Erdüberhitzung verantwortlichen Treibhausgases zu reduzieren. „Wir können nicht bis zum St.-Nimmerleins-Tag auf internationale Lösungen oder einen funktionierenden Zertifikatehandel warten“, betont Ludwig Hartmann, „wir müssen als große Industrienation Deutschland und einer der zehn größten CO2-Emmitenten jetzt erst einmal alles tun, was in unserer Macht steht, um den CO2-Ausstoß zu senken.“

Für eine von den Bundestags-Grünen vergangene Woche vorgeschlagene und auch von den Landtags-Grünen in die Debatte eingebrachte CO2-Bepreisung bei gleichzeitiger Energiekostenentlastung können sich die Bayerinnen und Bayern mehrheitlich erwärmen. Das zeigt eine aktuelle Civey-Umfrage*. Während sich ohne Energiekostenentlastung nur 44,3 Prozent der Bevölkerung für, 45,5 Prozent aber gegen eine CO2-Bepreisung aussprechen, steigt mit der Energiekostenentlastung der Zuspruch auf 53,6 Prozent (37,2 Prozent dagegen).

Neben der CO2-Bepreisung fordern die Landtags-Grünen auch eine Neuausrichtung der bayerischen Wirtschaftsförderung. „Nur wer klimafreundlich wirtschaftet, soll auch gefördert werden“, bringt Ludwig Hartmann das Anliegen auf den Punkt. Nach Vorbild der Schweizer „Energieagentur der Wirtschaft“ soll eine staatliche Einrichtung gemeinsam mit den bayerischen Unternehmen deren individuellen CO2-Ausstoß erfassen und Maßnahmen sowie Zielvorgaben für dessen Senkung ausarbeiten. „Wer diese Zielvorgaben erfüllt, wird über eine Förderung belohnt, wer sie übererfüllt, kann zusätzliche Boni erhalten“, erklärt Ludwig Hartmann.

Ein solcher CO2-Check für die Unternehmen stößt bei den Bayerinnen und Bayern laut der aktuellen Civey-Umfrage auf breite Zustimmung: Fast 60 Prozent befürworten diese Maßnahme, nur knapp 30 Prozent sind dagegen. Interessant, während sich für die CO2-Bepreisung generell überwiegend die jüngeren Bürgerinnen und Bürger begeistern können, wollen vor allem die Älteren die Unternehmen in die Pflicht nehmen. In der Altersgruppe 65+ liegt die Zustimmung zum Unternehmens-Check bei fast 80 Prozent

Ludwig Hartmann: „Diese Umfrageergebnisse sind Mutmachergebnisse. Die Bayerinnen und Bayern wollen mehrheitlich eine konsequente Klimaschutzpolitik und wir setzen uns genau dafür ein.“

*Das Meinungsforschungsunternehmen Civey hat im Auftrag der Landtags-Grünen 2000 Personen zwischen dem 25.06 und dem 02.07.2019 befragt. Die Ergebnisse (Anhang) sind repräsentativ für die Bevölkerung Bayerns. Der statistische Fehler der Gesamtergebnisse liegt bei 3,9 Prozent.

Civey Unternehmens-checks
Civey CO2 Bepreisung 
Civey CO2 Bepreisung mit Cashback
CO2 Bepreisung
CO2 Bepreisung mit Cashback
Unternehmenscheck

2 Antworten zu “Bayern mehrheitlich für CO2-Bepreisung mit Energiekostenentlastung”

  1. Heinz Brunner sagt:

    Jetzt besinnt Euch mal auf unsere Wurzeln. Seit nunmehr etwa 30 Jahren gibts den Grünen Punkt aufgrund eines Volksbegehrens, in dem die grüne Forderung Müllvermeidung war, die Staatsregierung das „Bessere Müllkonzept“ zur Abstimmung vorschlug, eben diesen grünen Punkt.
    Werkstoffhöfe wuchsen wie die Pilze, und dort wird eifrig CO2 und Rohstoffe gesammelt, um wieder co2 zu produzieren. Auf der anderen Seite darf die Industrie Waren herstellen, die gerade mal die Garantiezeit Bestand haben, um sich dann wieder im Wertstoffhof zu treffen. Wir hatten schon mal Überlegungen zu einem Besserem Müllkonzept.
    Jetzt nochmal CO2 Steuer zu erheben, erinnert mich an den Grünen Punkt, der auch nur eine Gelddruckmaschine darstellte – die schön und mehrfach verpackte Ware verteuerte sich um den Müll, der Grüne Punkt verdiente sich eine goldene Nase, und wenn man was vom Recyclinghof recyceln will, wird man angezeigt. Es entsteht also ein Schaden durch recyceln (also CO2 Reduzierung durch Wiederverwerten)
    Wenn ich meine alten Maschinen aus den Jahren um 1920 anschaue, verstehe ich was nachhaltige Produktion ist und welchen minimalen CO2 Fußabdruck diese Firmen in den 100 Jarhen hinterlassen haben, Die Maschinen funktionieren heute noch bestens.
    Gruß

  2. Ludwig Hartmann sagt:

    Sehr geehrter Herr Brunner,
    besten Dank für Ihre Nachricht auf meiner Internetseite.
    Ich gebe Ihnen Recht, was Ihre Kritik am Grünen Punkt angeht. Das System war von Anfang an zum Scheitern verurteilt. Schlechte Aufklärung, Verwirrung der VerbraucherInnen über das Trennsystem Gelber Sack und somit viel zu große Mengen Plastikmüll, die weiterhin verbrannt werden anstatt sie zu recyclen.

    Die CO2-Bepreisung ist natürlich nur ein Baustein im Kampf gegen die Treibhausgase. Quasi eine Lenkungsabgabe.
    Es gibt Beispiele, bei denen über Preissteigerungen eine Verhaltensänderung die Folge war.
    Gewirkt haben z.B. die deutlich höheren Preise für Zigaretten. Man kann also über den Preis sehr wohl Lenkungswirkungen erreichen, aber er muss auch spürbar sein.

    Beste Grüße
    Ihr Ludwig Hartmann

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.