9. Juli 2009

Olympia 2018: Grüne fordern „München plus 4“

Nach dem Beschluss des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), vom bisherigen Standortkonzept für die Bewerbung um Olympische Winterspiele in München abzurücken, sehen die Grünen einen ersten Teilerfolg: „Die Befürworter einer Olympiabewerbung unter dem Leitmotiv ,München plus 2′ haben heute ihr eigenes Konzept beerdigt“, kommentierte der klimaschutzpolitische Sprecher Ludwig Hartmann, die heute bekannt gegebenen Entscheidung des DOSB, die Austragungsstätten durch den Austragungsort Oberammergau zu erweitern. „Das zeigt, dass auch der DOSB noch Nachbesserungsbedarf einräumt.“

Die Grünen drängen deshalb umso heftiger auf eine Prüfung ihres Alternativ-Konzeptes „München plus 4“, das ein Ice-Cluster in München, Ski Nordisch in Oberstdorf, Ski Alpin in Garmisch, Biathlon in Ruhpolding sowie Bob und Rodeln in Schönau vorsieht. „Wir können nicht von nachhaltigen Spielen reden, wenn durch den Bau neuer Sportstätten teure Parallelstrukturen aufgebaut werden“, so der grüne Landesvorsitzende Dieter Janecek. „Allenfalls mit einer Bewerbung, die die bestehenden Sportstätten in Ruhpolding und Oberstdorf einbezieht, könnten vorhandene Investitionen und Strukturen sinnvoll genutzt und ökologische Folgeschäden minimiert werden.“ Wie sich Ludwig Hartmann und Dieter Janecek heute bei einem Ortstermin in Ruhpolding informierten, werden dort für die Biathlon WM 2012 bereits 16 Millionen Euro in die Sanierung der Anlagen gesteckt. Ludwig Hartmann: „Hier sind die Investitionen bereits fest eingeplant, während ein paar Kilometer östlich erst neu gebaut werden müsste. Die Errichtung temporärer Anlagen in und um Garmisch schafft nur volkswirtschaftlich und ökologisch desaströse Parallelstrukturen, die einzig und allein dem Gewinnstreben des IOC nutzen. Das Konzept des DOSB kann also auch mit der Ergänzung Oberammergau keine wirklich nachhaltige Perspektive bieten.“

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