10. April 2013

Neues Prognosegutachten zur Entwicklung des Luftverkehrs am Flughafen München

Der Landtag wolle beschließen:
Die Staatsregierung wird aufgefordert,
über ihre Mehrheitsbeteiligung die Flughafen München GmbH (FMG) zu veranlassen, umgehend anhand der aktuellen Entwicklung bei einem unabhängigen, bisher nicht an den Planungen für die dritte Startbahn beteiligten Unternehmen, ein neues Prognosegutachten über die zu erwartende Entwicklung des Luftverkehrs am Flughafen München in Auftrag zu geben.

Begründung:
Die Zahl der Flugbewegungen ist am Flughafen München im Jahr 2012 um 2,9 Prozent zurückgegangen. Damit wurde das Niveau des Jahres 2005 (Beginn der Planung für die 3. Start- und Landebahn) leicht unterschritten. Der Flughafen war in seiner ersten Prognose für das Jahr 2012 noch von 496.000 Bewegungen ausgegangen. Auch der Wert der zweiten, deutlich nach unten korrigierten Prognose (433.000 Bewegungen) wird deutlich unterschritten. Der deutliche Abwärtstrend hat sich im ersten Quartal 2013 noch beschleunigt. Die Flughafen München GmbH (FMG) gibt hierfür den Rückgang mit 7,5 Prozent an (Pressemitteilung vom 3. April 2013). Die Schrumpfung wird sich im gerade angelaufenen Sommerflugplan weiter fortsetzen. Statt 7.742 Flugbewegungen pro Woche (2012) werden es 2013 nur noch 7500 pro Woche sein: Rückgang 3,1 Prozent. Auf Grund dieser Zahlen muss für 2013 ein Rückgang von mindestens 3 bis 4 Prozent angenommen werden. Daraus errechnen sich 382.000 bis 386.000 Bewegungen in diesem Jahr und damit nur unwesentlich mehr als im Jahr 2004. Seit dem Erreichen des Maximums an Flugbewegungen im Jahr 2008 (432.000) sinkt das Aufkommen der Flugbewegungen. Die ständig wiederholten Aussagen der Flughafen München GmbH, es habe auch in der Vergangenheit Einbrüche bei den Flugbewegungen gegeben und daran anschließend wieder eine starke Aufwärtsbewegung, lassen sich nicht halten. Denn der Blick in die FMG-Statistik zeigt, dass es seit der Eröffnung des Flughafens im Jahr 1992 bis zum 2008 in keinem einzigen Jahr einen Rückgang der Flugbewegungen gegeben hat. Eine stark rückläufige Entwicklung, wie sie seit 2008 zu beobachten ist, hat es am Flughafen München nie gegeben.
Mittlerweile gibt es auch mehrere neue Prognosen, die in den kommenden Jahren nur noch von einem deutlich abgeschwächten Wachstum ausgehen. „Statt vier bis fünf Prozent mehr Flüge pro Jahr wie seit Anfang der 1990er Jahre erwarte er künftig lediglich einen Zuwachs von 1,0 bis 1,5 Prozent, sagte Klaus-Dieter Scheurle (Chef der DFS) am Dienstag im hessischen Langen. Die moderate Steigerung betreffe sowohl Kurz- als auch Langstreckenflüge.“ (Zitiert aus airliners, 26. März 2013).
Wagt man mit diesen Annahmen eine neue Prognose, kommt man (bei einem Prozent Wachstum p.a. und 382.000 Bewegungen in 2013) auf 409.600 in 2020 und 430.500 in 2025 und erreicht damit nicht einmal den bisherigen Spitzenwert des Jahres 2008.
Rechnet man mit 1,5 Prozent Wachstum p.a. und 386.000 Flugbewegungen im Jahr 2013 kommt man auf 428.400 in 2020 und 461.500 in 2025. Die FMG gibt in den Planungsunterlagen für die dritte Start- und Landebahn an, dass mit dem jetzigen Startbahn-system 480.000 Bewegungen pro Jahr abgewickelt werden können.
In Anbetracht dieser neuen Entwicklungen ist es völlig unverständlich, dass der Freistaat Bayern (51 Prozent Flughafenanteile) und die Bundesrepublik Deutschland (26 Prozent Flughafenantei-le) die FMG dazu zwingen, den Prozess vor dem Verwaltungsgerichtshof München weiterzuführen.

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