18. Juni 2021

Kein unsinniger Flächenfraß in Oberaudorf!

Heute besuchte ich zusammen mit den Oberaudorf er Grünen und mit unserer Grünen Bundestagskandidatin im Landkreis Rosenheim, Victoria Broßart, das geplante Gewerbegebiet „Gschwendtner Feld“ in Oberaudorf.

Nach einer Grundsatzentscheidung des Oberaudorfer Gemeinderates zum Flächennutzungsplan am 20.05.2021, soll am östlichen Ortseingang der Inntalgemeinde auf einer landwirtschaftlich genutzten Wiese auf etlichen tausend Quadratmetern, Platz für einen Supermarkt, einen Drogeriemarkt, großzügige Parkplätze und weiteres Gewerbe geschaffen werden.

Während die Freien Wähler Oberaudorf, als Mehrheit im Gemeinderat, die Vorteile für die Nahversorgung der Bürger hervorheben, kritisieren Grüne und andere Naturschutzgruppen das Projekt scharf: Direkt am Ortseingang entstünde so das klassische Dreigestirn hässlicher deutscher Kleinstädte mit Discounter, Edeka und Rossmannfiliale. Für einen Ort, der zum großen Teil vom Tourismus in einer intakten Alpenlandschaft lebe, sei dies nicht vertretbar. Das Argument einer besseren Nahversorgung, können viele, angesichts des Vorhandenseins zweier Supermärkte und zahlreicher Geschäfte von Bäcker bis Metzger im Ortskern, nicht nachvollziehen.

„Es wird genau das passieren, was wir überall beobachten, wo der Einzelhandel in die Großflächen am Ortsrand umsiedelt: Das Gewerbeangebot im Zentrum verschwindet und die Ortskerne veröden“, ist sich Regina Götze, Oberaudorfer Gemeinderätin der Grünen, sicher: „Wer große Supermarkthallen braucht, kann sie auch jetzt schon mit dem Auto in unter 10 Minuten und mit dem Fahrrad in höchstens 20 Minuten erreichen.“

Heute ließ ich mich also durch die Oberaudorfer Grünen über das Projekt „Gschwendtner Feld“ informieren. Ich stehe weiterhin zu dem Ziel, welches ich 2018 als Mitinitiator des Volksbegehrens gegen den Flächenfraß verkündete; die Versiegelung von derzeit täglich etwa 20 Hektar Fläche in Bayern muss auf höchstens 4,7 Hektar beschränkt werden.

Der ausufernde Flächenfraß bedroht auch hier in Oberaudorf die Natur und die gewachsenen Kulturlandschaften Bayerns. Die Folgen werden als verheerend prophezeit: Zukünftig würden in Bayern große Niederschlagsmengen in kurzer Zeit infolge der Klimaüberhitzung immer häufiger vorkommen. Durch die zunehmende Versiegelung könnte das Regenwasser nicht mehr versickern und Hochwasserereignisse würden so verstärkt. Zusätzlich wird die Funktion des Bodens als Puffer im Wasserhaushalt und Speicher von Grund- und Oberflächenwasser gestört. Der ausufernde Flächenverbrauch verringert zudem die Artenvielfalt und verschlechtere lokale Klimabedingungen.

Daher sagen wir Grüne ganz klar Nein zum weiteren Flächenverbrauch und zum Flächenfraß durch überflüssige Gewerbegebiete.