10. Juni 2021

Kein Logistik- und Kühlzentrum der Firma LIDL in Stadelhofen

Am 10.06. besuchte ich auf Einladung der Bürgerinitiative Juraschützer die Gemeinde Stadelhofen in Oberfranken. Grund meines Besuchs ist das vor Ort geplante Logistik- und Kühlzentrum der Firma Lidl, für welches wertvolle Naturfläche weichen soll.
Im Anschluss die Ortsbegehung, folgte eine Podiumsdiskussion als erster Teil der Reihe „Stadelhofener Gespräche“ der Bürgerinitiative Juraschützer. Durch diese führte Bernd Fricke, Fraktionsvorsitzender der Grünen Kreistagsfraktion. Ich sprach hierbei mit der Bürgerinitiative über die Auswirkungen des geplanten Kühlzentrums auf den Ort Stadelhofen unter verschiedensten Gesichtspunkten.
Es war eine interessante Diskussion und es wurde wieder einmal mehr klar; wir brauchen keinen weiteren Flächenfraß in Bayern für Gewerbegebiete.
Begleitet wurde ich von Bundestagsdirektkandidat Dr. Martin Pfeiffer, der den Menschen vor Ort den Rücken stärken will: “Das Lidl-Kühllager ist ein Logistikmonster, doppelt so groß wie der ganze Ort. Es hat keinen Platz in Stadelhofen. Es bringt 24 Stunden am Tag LKW-Verkehr in eine bisher unbelastete Gegend, liefert im Gegensatz aber für die Gemeinde kaum Gewerbesteuer und nur eine Handvoll Arbeitsplätze.”

Foto: Harald Kenst

Foto: Harald Kenst

Diese Analyse teilt auch Dr. Hanno Thiele von der Bürgerinitiative Juraschützer e.V.: „Wenn man die

Situation um Arbeitsplätze bei uns im Ort betrachtet, brauchen wir ganz sicher kein großes Kühlzentrum, wie das geplante, in dem fast nur Jobs in prekären Bedingungen geschaffen werden. Was für uns im Dorf förderlich wäre, wäre eher die Ansiedlung von kleinen Handwerksbetrieben, die ausbilden und die unser Dorf tatsächlich für alle attraktiver machen.“
Biolandwirt und Grünen Kreisrat Otto Weiß merkte an: „Wir beschweren uns, dass auf der ganzen Welt Wälder abgeholzt werden. Aber was machen wir mit unseren wertvollen Flächen vor Ort? Wir sollen sie zubetonieren!“
Ich lobte in meinen Ausführungen ausdrücklich das Engagement der Bürger*innen vor Ort und kritisierte die mangelnden Beteiligungsmöglichkeiten im Vorhinein. „Es gibt Beispiele in Bayern, da wurde – bevor ein solches Projekt geplant wurde – zuerst das Interesse in der Gemeinde bei den Bürger*innen abgefragt, dann wurde in die Planung eingestiegen und nach der Planung wurden die Bürger*innen erneut dazu befragt. So sieht Beteiligung aus!“
Hierbei wird klar; Demokratie ist zwar nicht immer einfach, aber ohne diese geht es nicht. Dazu gehört eben auch, dass geredet wird, bevor die Bagger kommen.