Isar 1 muss dauerhaft vom Netz
Die Landtagsgrünen haben die Abschaltung des dienstältesten bayerischen Atomkraftwerks Isar 1 als längst überfällige Kehrtwende der Staatsregierung bezeichnet: „Dieser Schritt ist ein Erfolg für alle, die seit Jahren gegen den umstrittenen Reaktor kämpfen und damit bei der Bayerischen Staatsregierung gegen eine Wand aus Ignoranz und Halsstarrigkeit angerannt sind“, sagte der energiepolitische Sprecher Ludwig Hartmann. „Es ist bitter, dass es erst die schrecklichen Bilder aus Japan gebraucht hat, um CSU und FDP hier auf den Weg der Vernunft zu bringen.“
Klar müsse nun allerdings sein, dass Isar 1 nach dem Moratorium nicht wieder ans Netz dürfe, sondern dauerhaft stillgelegt werden müsse: „Stilllegen ist die einzig konsequente Antwort für die Sicherheit der Bevölkerung“, sagte Ludwig Hartmann. Unabhängig von den dramatischen Vorgängen im japanischen AKW Fukushima sei bei Isar 1 schon seit langem klar, dass der Reaktor nicht dem aktuellen Stand von Wissenschaft und Technik entspreche. „Selbst Umweltminister Söder, der bislang gebetsmühlenartig die Sicherheit von Isar 1 gepriesen hat, muss mittlerweile zugeben, dass das AKW nicht gegen den Absturz eines Verkehrsflugzeugs geschützt ist.“ Die Grünen hatten dies bereits 2009 in einer umfassenden Sicherheitsstudie nachgewiesen und dabei auch auf die zunehmende Gefahr von Verschleiß an der Kraftwerkstechnik verwiesen.
„Wir fordern daher die Staatsregierung auf, die Stilllegung von Isar 1 mit allem Nachdruck voranzutreiben und schleunigst auch für alle anderen bayerischen Atomkraftwerke die beschlossene Verlängerung der Laufzeit rückgängig zu machen“, sagte Ludwig Hartmann. „Das Moratorium darf nicht zur Mogelpackung verkommen, mit der sich schwarz und gelb nur über die anstehenden Wahltermine retten wollen. Der Ausstieg aus der Atomenergie muss konsequent vorangetrieben werden.“
Anbei auch die in der Pressemitteilung angesprochene Sicherheitsstudie, die im Auftrag der Grünen Landtagsfraktion erstellt wurde, als pdf-Datei.