11. Mai 2010

Grüne fordern konsequenten Umstieg auf Erneuerbare Energien

Mit einer großen Anti-Atom-Tour quer durch Bayern protestierten die Landtagsgrünen gegen die Pläne der schwarz-gelben Bundesregierung und der Bayerischen Staatsregierung, den gesetzlich verankerten Ausstieg aus der Atomenergie aufzuweichen und die deutschen Atomkraftwerke weitaus länger am Netz zu lassen als bislang vereinbart.

Am Freitag machte der schwarz-gelbe Anti-Atom-Bus der Grünen auch Station in München, um über die Folgen einer Laufzeitverlängerung zu informieren. Hanna Sammüller, die Stadtvorsitzende der Münchner Grünen, Margarete Bause, die Fraktionsvorsitzende der Grünen im bayerischen Landtag und Theresa Schopper, Landesvorsitzende der bayerischen Grünen, Claudia Stamm, MdL und der energiepolitische Sprecher Ludwig Hartmann stellten auf dem Marienplatz ein umfangreiches Aktionspaket rund um die Themen Atom, Stromsparen und Erneuerbare Energien vor.

„Wir Grüne lehnen längere AKW-Laufzeiten entschieden ab“, erklärte Hanna Sammüller. „Die Atomenergie ist eine nicht beherrschbare Risikotechnologie. Je älter die Atomkraftwerke werden, desto anfälliger sind sie für technische Defekte.“ Ludwig Hartmann, der energiepolitische Sprecher der Grünen, erinnerte an die Vorgänge um den norddeutschen Pannenreaktor Krümmel, aber auch an den Skandal um das so genannte Forschungsbergwerk Asse. „All diese Fälle zeigen, dass Deutschlands Atomanlagen nicht sicher sind.“

Darüber hinaus gebe es noch immer kein Endlager. Allein eine Laufzeitverlängerung der AKW um weitere acht Jahre würde die Menge der abgebrannten Brennelemente um 31 Prozent erhöhen, ohne jeglichen Plan, wie der Atommüll über Jahrtausende hinweg sicher gelagert werden solle.

Der vermeintliche Nutzen einer längeren AKW-Laufzeit läge allein bei den großen Stromkonzernen, warnen Hanna Sammüller und Ludwig Hartmann: „Jedes Jahr, in dem die Betreiber ihre Reaktoren länger am Netz halten können, spült den Konzernen 10 Milliarden Euro zusätzlich in die Kassen.“ Massiv ausgebremst würde damit der Erfolg der Erneuerbaren Energien: „So lange die Energieriesen mit ihren längst abgeschriebenen AKW die Preise diktieren können, verzerren sie den Wettbewerb für Sonne, Wind und Biogas.“

Gerade Bayern, das sich wie kein anderes Bundesland abhängig gemacht habe von der Atomenergie, brauche dringend eine Energiewende, fordert Ludwig Hartmann: „Fast 60 Prozent des bayerischen Stroms kommen aus Atomkraftwerken“ Gleichzeitig hätten in keinem anderen Bundesland so viele Bürger in Sonnenkollektoren investiert und profitierten gerade Landwirte und mittelständische Handwerksbetriebe vom Boom der erneuerbaren Energien. „Dieser Erfolgsgeschichte würde der Boden entzogen. Bayern darf nicht mit längeren Laufzeiten die alten Energiestrukturen zementieren, sondern muss konsequent den Ausbau von dezentralen und ökologischen Energiequellen vorantreiben.“

Im Anhang finden Sie die Pressemitteilung im Original als PDF.

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