14. Februar 2012

Eingeschränkter Einsatz vom Gaskraftwerken

Anfrage zum Plenum am 14.02.2012 durch den Abgeordneten Ludwig Hartmann mit der Antwort des Staatsministeriums für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie

Kann die Staatsregierung Pressemeldungen bestätigen, wonach der Einsatz von Gaskraftwerken in Bayern in der vergangenen Woche (6. KW) eingeschränkt war, weil die Gaslieferungen aus Russland reduziert waren, der Transport von Gas aus norddeutschen Gasspeichern nicht so schnell erfolgen konnte und gleichzeitig die süddeutschen Gasspeicher nicht ausreichende Mengen zur Verfügung stellen konnten und was unternimmt ggf. die Staatsregierung, damit dieser Effekt in Zukunft nicht mehr auftritt?

Antwort des Staatsministeriums für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie:

Aufgrund der ungewöhnlichen Kälteperiode in Russland und weiten Teilen Europas kam es seit 02.02.2012 zu einer Einschränkung der Gaslieferungen von Gazprom an die deutschen Gasimporteure um bis zu einem Drittel. Aufgrund des hohen Füllstands der deutschen Gasspeicher und ausreichender Gasmengen aus anderen Lieferländern (Norwegen, Niederlande) war die deutsche Gasversorgung insgesamt nicht beeinträchtigt. Jedoch war speziell die Versorgungssituation in Süddeutschland angespannt, weil sowohl die innerdeutschen Gastransportkapazitäten in Nord-Süd-Richtung als auch die Ausspeicherkapazitäten der (großen und zahlreichen) bayerischen Erdgasspeicher begrenzt sind und die Lieferausfälle an der Übergabestation Waidhaus (Oberpfalz) besonders signifikant waren. Deshalb hat der Gastransportnetzbetreiber Open Grid Europe vorsorglich die Gastransporte an Netzanschlusspunkte unterbrochen bzw. eingeschränkt, bei denen eine Unterbrechbarkeit vertraglich vorgesehen ist. Dies betraf in Bayern die Kraftwerke Gebersdorf und Irsching. Das Kraftwerk Gebersdorf und der Kraftwerksblock Irsching 3 können alternativ auch mit Heizöl betrieben werden, wovon der Kraftwerksbetreiber E.ON auch Gebrauch gemacht hat.
Der Vorgang zeigt, dass zur weiteren Stärkung der Versorgungssicherheit ein Ausbau des Gastransportnetzes in Deutschland erforderlich ist, für den sich die Staatsregierung mit Nachdruck einsetzt. So hat sich die Wirtschaftsministerkonferenz am 05./06.12.2011 auf Vorschlag Bayerns für investitionsfreundliche Rahmenbedingungen und geeignete planungs- und genehmigungsrechtliche Voraussetzungen für den Ausbau des Gastransportnetzes ausgesprochen und die Bundesregierung aufgefordert, die Notwendigkeit und die Bedingungen des Gastransportnetzausbaus unter Beteiligung der Netzbetreiber und der Länder einer eingehenden Untersuchung zu unterziehen. Bayern gewährleistet eine zügige und projektorientierte Durchführung von Planungs- und Genehmigungsverfahren für den Bau neuer Gasleitungen. Eine spürbare Verbesserung der Versorgungssicherheit wird bereits durch die aktuellen Leitungsbauvorhaben Schwandorf – Windberg/Oberpfalz (in Bau) und Sannerz/Hessen – Rimpar/Unterfranken (Planfeststellungsbeschluss ergeht in Kürze) erreicht werden. Das Leitungsbauprojekt Burghausen – Finsing der bayernets GmbH („Monaco-Pipeline“) wird von der Staatsregierung nachdrücklich begrüßt.

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Anbei habe ich Ihnen meine Anfrage zum Plenum und die Antwort der Staatsregierung als pdf-Datei im Drucksachenlayout des Bayerischen Landtags hinterlegt.

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