Atomkraft – jetzt noch sichererer???
Die Landtagsgrünen haben Söders Nachrüstungsprogramm für die bayerischen Atomkraftwerke als Augenwischerei zurückgewiesen: „Die großen Atomkonzerne können sich durch den schwarz-gelben Atomdeal über Zusatzprofite von 15 bis 20 Milliarden Euro allein aus den fünf bayerischen Standorten freuen“, sagte der energiepolitische Sprecher Ludwig Hartmann. „Da sind 1,2 Milliarden für die Sicherheit leicht bezahlt.“
Insbesondere beim dienstältesten bayerischen Atomkraftwerk Isar 1 lasse sich durch eine technische Nachrüstung nichts an den wesentlichen Sicherheitsrisiken beheben, warnt Ludwig Hartmann: „Isar 1 ist als Siedewasserreaktor der Baureihe 69 von seiner ganzen Bauart her hoffnungslos veraltet.“ So könne der Reaktor durch seine spezifische Konstruktion keinen Schutz vor dem Absturz einer Passagiermaschine bieten. Schwachstellen seien darüber hinaus das geringe Volumen des Sicherheitsbehälters und die stählerne Betonwanne, die im Störfall besonders schnell zu schmelzen droht. Wie ein Gutachten der Landesregierungen von Ober- und Niederösterreich belegt, krankt der Reaktortyp von Isar 1 darüber hinaus an der mangelnden Stabilität einer Schweißnaht im unteren Bereich des Reaktordruckbehälters. „Das sind grundlegende Konstruktionsmängel, die einfach nicht nachgerüstet werden können. Es ist daher völlig unverantwortlich, ein Dauer-Risiko wie Isar 1 noch acht weitere Jahre am Netz zu lassen. Deshalb werden wir Grüne weiter alle Hebel in Bewegung setzen, dass der schwarz-gelbe Atomdeal durchkreuzt wird.“