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3. April 2017

Alternativer Spatenstich der Landtags-Grünen

Grünes Fahrplan- und Infrastrukturkonzept setzt Mittel dort ein, wo Schwachstellen sind und es den Pendlern am meisten nützt

„Wenn die 2. Stammstrecke in München jetzt in Bau geht, müssen wir sorgsam darauf achten, dass andere Projekte in ganz Bayern nicht unter die Räder kommen“, so Fraktionsvorsitzender Ludwig Hartmann. Die Landtags-Grünen weisen mit einem „Alternativen Spatenstich“ auf viele Maßnahmen hin, die bayernweit wegen der 2. Röhre auf der Strecke bleiben könnten. „Dass wir Geld für den Öffentlichen Nahverkehr in die Hand nehmen müssen, ist klar“, sagt Ludwig Hartmann. „Aber wir müssen das Geld richtig einsetzen – dort, wo die Schwachstellen sind und dort, wo es den Pendlerinnen und Pendlern am meisten nützt.“

In einer grünen Anfrage hat CSU-Verkehrsminister Herrmann bekräftigt, dass die „anderen potenziellen bayerischen GVFG-Projekte durch die Finanzierung der 2. Stammstrecken nicht beeinträchtigt werden.“ Tatsächlich ist es aber so, dass ab 2018 viele wichtige Nahverkehrsprojekte in ganz Bayern in unmittelbarer Mittelkonkurrenz zum Prestigeprojekt 2. S-Bahn Tunnel stehen.

Markus Ganserer, verkehrspolitischer Sprecher, kritisiert die Dreistigkeit der CSU-Regierung: „Seit Jahren werden Forderungen nach Verbesserungen im Schienenverkehr in ganz Bayern wegen angeblich knapper Finanzmittel zurück gewiesen. Tatsächlich wurde Geld für die 2. S-Bahn Röhre gehortet. Die 2. Röhre hat man also den Pendlerinnen und Pendlern vom Mund abgespart.“

Markus Ganserer fordert für die S-Bahn München „ein Konzept auf einem Guss.“ Das grüne Fahrplan- und Infrastrukturkonzept sieht über 60 Einzelmaßnahmen vor, die wie Zahnräder ineinandergreifen. „Damit schaffen wie einen 10-Minuten-Takt auf allen Linien.“ Im Konzept enthalten ist unter anderem den S-Bahn Südring, der am Kolumbusplatz und an der Poccistraße neue Verknüpfungen mit der U-Bahn schafft. Ludwig Hartmann: „Nicht alle Menschen wollen ins Zentrum – durch fehlende Alternativen müssen sie aber und belasten den Pendlerverkehr noch zusätzlich“.

Die Grünen Au/Haidhausen unterstützen den Ausbau des S-Bahnsüdrings als „zukunftsweisende Alternative, insofern dieser nicht nur eine Erweiterung bestehender Verbindungen zu einem verkehrstechnisch effizienteren Netzsystem ermöglicht. Der Südring schafft zudem einen besseren Anschluss der unteren Au“, so die Vorsitzende Nejma Tamoudi.

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